Ein Gutes Wort für den 31. März

Veröffentlicht von Martin Ahlers am Mo., 23. Mär. 2020 09:55 Uhr
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In diesem Blog sehen, lesen oder hören Sie Tag für Tag eine neue Anregung, die Sie durch die Stunden begleiten kann. 

Heute von Pastorin Christiane Melchiors, Kirchengemeinde Blankenese

Hörversion: 31_GW.m4a


Martin Luther hat einmal gesagt: „Das christliche Leben ist nicht ein Frommsein, sondern ein Frommwerden, nicht ein Gesundsein, sondern Gesundwerden, überhaupt nicht ein Sein, sondern ein Werden, nicht Ruhe, sondern Übung. Wir sind`s noch nicht, wir werden‘s aber. Es ist noch nicht getan und geschehen, es ist aber auf dem Weg.“

Das finde ich ungemein tröstlich. Dass unser Leben und unser Glaube Zeit hat, sich zu entwickeln. Dass wir Zeit unseres Lebens Zeit haben, uns zu entwickeln und in die Tiefe zu wachsen, und oft tun wir das gerade an den Herausforderungen unseres Weges und dann, wenn wir unser Gottvertrauen belehnen müssen. Uns bleibt noch immer Zeit, die zu werden, die wir eigentlich sind, in den Augen Gottes. 

Ich möchte heute morgen einem Psalm von Hanns Dieter Hüsch anstimmen, der diesen Weg, diese Erfahrung, dieses Eintauchen in Gottvertrauen in Worte gefasst hat:  

 

Ich bin vergnügt, erlöst, befreit.

Gott nahm in seine Hände meine Zeit,

mein Fühlen, Denken, Hören, Sagen, 

mein Triumphieren und Verzagen,

das Elend und die Zärtlichkeit. 

 

Was macht, dass ich so fröhlich bin 

in meinem kleinen Reich.

Ich sing und tanze her und hin

vom Kindbett bis zur Leich.



 

Was macht, dass ich so furchtlos bin 

an vielen dunklen Tagen.

Es kommt ein Geist in meinen Sinn,

will mich durchs Leben tragen.



 

Was macht, dass ich so unbeschwert

und mich kein Trübsal hält, 

weil mich mein Gott das Lachen lehrt

wohl über alle Welt.



 

Ich bin vergnügt, erlöst, befreit.

Gott nahm in seine Hände meine Zeit,
 

mein Fühlen, Denken, Hören, Sagen,

mein Triumphieren und Verzagen,

das Elend und die Zärtlichkeit.



 

Was für ein Gebet!  „Ich bin vergnügt, erlöst, befreit“, weil ein anderer all das, was mich ausmacht, in seinen Händen birgt. Trotz allem Elend, das dazugehört zu diesem Leben, trotz all der Herausforderungen, gerade jetzt in diesen Zeiten.  Angesichts all der Dankbarkeit, die in mir wohnt, jeder Zärtlichkeit, jeder Zugewandtheit, die mir zuteil wird. 

Was für eine weise Übung, am Ende eines jeden Tages Gott meinen Dank hinzuhalten für all das, was war. Die Güte aufzuzählen und ihr Raum zu geben und das, was schwer zu tragen ist, da hineinzulegen in den Raum, der dann entsteht. 

Unser Leben ist „..überhaupt nicht ein Sein, sondern ein Werden, nicht Ruhe, sondern Übung. Wir sind`s noch nicht, wir werden`s aber. Es ist noch nicht getan und geschehen, es ist aber auf dem Weg.“    

Gott sei Dank!  


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